• Lymphdrainage

    Posted on April 18, 2012 by in Lymphe

    Das heutige Therapiekonzept der Lymphdrainage geht zurück auf den dänischen Physiotherapeuten Emil Vodder. Ein Ziel der Lymphdrainage liegt unter anderem darin, eingeschränkte Funktionen der Lymphbahnen zu beheben, damit im Körper gestautes Gewebswasser wieder ungehindert in die Blutgefäße gelangen kann. Darüber hinaus soll durch die Lymphdrainage auch das körpereigene Immunsystem angeregt werden.

    Das Konzept der Lymphdrainage beruht auf einem sanften Massieren des Unterhautgewebes. Dies kann auf verschiedene Weisen geschehen: So wenden Therapeuten bei einer Lymphdrainage beispielsweise Kreisbewegungen an, aber auch sogenannte Pumpgriffe, die mit Daumen und einem weiteren Finger durchgeführt werden, zählen zum Repertoire der Griffe bei der Lymphdrainage. Angewandt werden können des Weiteren Schröpfgriffe oder auch Drehgriffe, in deren Rahmen Unterhaut und Haut gegeneinander verschoben werden.

    Primär wird die Lymphdrainage eingesetzt zur Behandlung von Wasser- oder Lymphstauungen im Gewebe. In der Medizin werden entsprechende Stauungen auch als Ödeme bezeichnet. Behandelte Ödeme können etwa die Form von Lymphödemen oder solcher Ödeme annehmen, die sich im Zuge rheumatischer Erkrankungen entwickeln. Ebenso kann es aber auch nach Verletzungen zu Ödemen kommen, die sich in Form von Schwellungen zeigen. Und auch in der Nachbehandlung von chirurgischen Eingriffen, in deren Rahmen Lymphknoten entfernt wurden, spielt die Lymphdrainage eine wichtige Rolle. Neben der Behandlung von Ödemen kann die Lymphdrainage darüber hinaus der Bekämpfung von Nervenschmerzen, bestimmten Migräne-Kopfschmerzen und Atemwegserkrankungen dienen, bei denen es beim Betroffenen zu starken Verschleimungen kommt. Indiziert kann die Therapieform unter anderem auch sein bei Syndromen im Bereich von Lenden- oder Brustwirbeln, bei Hüft- oder Kniearthrosen und bei Muskelschmerzen oder Hämatomen.

    Wird eine Lymphdrainage fachkundig ausgeführt, so ist bei dieser Therapieform in der Regel nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Allerdings raten Experten häufig von einer Anwendung ab, wenn bei einem Patienten beispielsweise akute Entzündungsprozesse (wie etwa eine Wundrose) vorliegen. Ebenso verzichtet werden sollte auf eine Anwendung des Therapieverfahrens etwa bei Blutgerinnungsstörungen, bei Herzschwächen oder bei Wasserstauungen in den Beinen, denen eine Herzerkrankung zugrunde liegt.

    Um zu vermeiden, dass sich behandelte Ödeme wieder ausbilden, wird die Lymphdrainage in vielen Fällen ergänzt durch die Anwendung von Bandagierungen oder durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Dies ist beispielsweise der Fall beim Vorliegen von Lymphödemen, Lipödemen oder kardialen Ödemen.

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